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Unwetter im Rückblick

Montag, 30.11.2015

Sturmflut und umgestürzte Bäume

NILS fegt über den Norden hinweg

Mit Orkantief NILS ist Ende November der stärkste Sturm des Jahres über den Norden Deutschlands hinweggefegt. Etliche Bäume stürzten um, an der Nordsee gab es eine Sturmflut. Noch heftiger fiel der Sturm allerdings in Dänemark aus.

Ein junger Autofahrer hatte im Süden Rostocks großes Glück. Gleich mehrere große Bäume krachten auf die Straße, mitunter auch auf seinen Kleinwagen. Er selbst blieb dabei aber unverletzt und konnte noch die Feuerwehr alarmieren. Bild: nonstopnews

Bis ins Binnenland von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern fegten am 29. und 30. November Orkanböen bis Tempo 133 hinweg. Die Feuerwehren mussten Hunderte Mal ausrücken, um Bäume oder weggewehte Dachziegel von den Straßen zu räumen. Auf der Autobahn 1 bei Lensahn im Kreis Ostholstein kollidierte ein Auto mit einem Baum, der auf den rechten Fahrstreifen gestürzt war. Der Fahrer blieb unverletzt. In 1000 Haushalten zwischen den Ämtern Rehna und Laage sowie auf Sylt fiel zwischenzeitlich der Strom aus.

Vor allem auf Sylt und an der Grenze zu Dänemark wütete der Sturm mit Böen bis Tempo 133.

In Schleswig-Holstein und im Großraum Hannover stürzten Bäume auf die Gleise und behinderten etliche Stunden den Zugverkehr. In Großenkneten bei Oldenburg rammte ein mit rund 150 Fahrgästen besetzter Zug einen Baum, der nach heftigen Sturmböen auf die Schienen gefallen war. Der Lokführer wurde leicht verletzt. Unweit von Lüneburg kollidierte ein ICE mit einem Baum. Die rund 400 Fahrgäste mussten über Leiterbrücken in einen anderen Zug umsteigen.

NILS drückte das Wasser der Nordsee mächtig in die Deutsche Bucht. In Hamburg stand das Wasser um 7 Uhr morgens 2,7 Meter höher als beim normalen Tidehochwasser. Elbnahe Bereiche wie der Fischmarkt wurden überflutet. An der Nordseeküste wurden Bereiche vor dem Deich vielerorts überschwemmt. Außerdem schüttete es mancherorts wie aus Kübeln: Im Osnabrücker Land musste die Feuerwehr zahlreiche Keller auspumpen und überflutete Straßenabschnitte sperren. Teils kamen bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter in 24 Stunden vom Himmel.

Unser Wetterreporter Marco Kaschuba beobachtete die Lage an der Nordsee und in Hamburg, wo durch eine Sturmflut ufernahe Bereiche unter Wasser gesetzt wurden. Mehr im Video.

Noch heftiger wütete der Orkan in Dänemark und Südschweden, wo teilweise Spitzenböen bis 165 Kilometer pro Stunde registriert wurden. Selbst im Binnenland gab es schwere Orkanböen bis 146 Stundenkilometer. Umgestürzte Bäume behinderten den Verkehr auf Straße und Schiene. Viele Fähren stellten den Betrieb ein. Die Öresundbrücke, die Dänemark mit Schweden verbindet, musste gesperrt werden.

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