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Unwetter im Rückblick

Dienstag, 31.03.2015

Orkan NIKLAS: Schwere Schäden

Teuerster Sturm seit KYRILL

Orkan NIKLAS ist mit Schäden von rund 750 Millionen Euro für Deutschland der teuerste Sturm seit KYRILL 2007 gewesen. Orkanböen bis 190 Stundenkilometer forderten auch mehrere Menschenleben.

Umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer: Wie hier in Berlin hinterließ NIKLAS in weiten Landesteilen eine Spur der Verwüstung. Bild: dpa

Kurz vor Ostern hat Orkan NIKLAS im ganzen Land Bäume entwurzelt und Häuser beschädigt, was nach einer ersten Bilanz des Branchenverbands der Versicherer (GDV) Schäden von rund 750 Millionen Euro verursacht hat. Damit war er der folgenreichste Sturm seit KYRILL im Januar 2007, der den Versicherern rund 2,4 Milliarden Euro kostete. Fast landesweit sorgten schwere Sturmböen und orkanartige Böen für teils chaotische Verhältnisse. Mancherorts reichte es auch im Flachland für Orkanböen.

Mit enormer Wucht fegte NIKLAS über Deutschland hinweg. An der Nordsee sowie rund um Berlin wurden selbst im Flachland Orkanböen gemessen.

Spitzenreiter in Deutschland war die Zugspitze mit 191 Kilometer pro Stunde. Aber auch in den Mittelgebirgen fegte der Wind verbreitet mit 120 bis 160 Stundenkilometer. Selbst im Flachland reichte es wie in Nordholz bei Cuxhaven für Orkanböen bis 124 Kilometer. Auch rund um Berlin machte NIKLAS ernst und brauste mit Windböen von 119 Kilometer pro Stunde übers Land. Gleiches gilt für den Großraum München: Orkanböen rüttelten die Landeshauptstadt kräftig durch.

Auch im Süden brachte der Sturm verbreitet orkanartige Böen, teils sogar Orkanböen. Auf den Bergen fegte der Wind mit 120 bis 190 Stundenkilometern.

Viele Straßen mussten aufgrund von umgestürzten Bäumen gesperrt werden. Zwischenzeitlich waren mehrere Tausend Haushalte ohne Strom. Besonders heftig traf es den Bahnverkehr: In einigen Bundesländern ruhte der Regionalverkehr komplett. In Bayern wurde der Fernverkehr am Nachmittag eingestellt. Auch der Flugverkehr musste unter NIKLAS leiden. So wurden am Frankfurter Flughafen 180 Starts und Landungen gestrichen.

Leider hat der Sturm in Deutschland auch mehrere Menschenleben gefordert. In Rheinland-Pfalz starben zwei Mitarbeiter der Straßenmeisterei, als Bäume auf ihr Dienstfahrzeug stürzten. In Sachsen-Anhalt wurde ein Hausbesitzer von einer umstürzenden Mauer erschlagen. In Oberbayern starb eine Frau, als Bäume auf ihr Auto stürzten. Auch aus der Schweiz und Österreich sind Opfer zu beklagen.

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