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Unwetter im Rückblick

Samstag, 06.07.2013

2000 bis 2010 viele Unwetter

Viele Opfer durch Wetterextreme

Die ersten 10 Jahre des neuen Jahrtausends waren weltweit von vielen Wetterextremen geprägt. Diese forderten laut einer Langzeitstudie der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) mehr als 370.000 Opfer. Im Vergleich zu den 1990er Jahren ist das ein Anstieg von 20 Prozent. Vor allem die extremen Hitzewellen und Dürren in Mitteleuropa im "Jahrhundertsommer" 2003 und in Russland 2010 haben vielen vor allem älteren Menschen das Leben gekostet.

Dürresommer forderten viele Opfer

In den ersten 10 Jahren des neuen Jahrtausends haben Dürren und Hitzwellen vielen Menschen in Mitteleuropa und Russland das Leben gekostet. Bildquelle: AFP

Auch durch Überschwemmungen, Stürme, Tornados und Hurrikanen wie "Katrina" im August 2005 kamen viele Menschen ums Leben. Allerdings verringerte sich die Opferzahl im Vergleich zu dem 1990er Jahren durch effektivere Frühwarnsysteme um 43 Prozent. Vor allem die rechtzeitige Evakuierung von Menschen aus gefährdeten Gebieten hat zu dieser Verringerung beigetragen. Dies ist ein bemerkenswerter Erfolg, wenn man bedenkt, dass nach wie vor immer mehr gefährdete Küstenregionen ungeachtet der Gefahr von Menschen besiedelt werden.

Mehr Hurrikane, weniger Opfer

Trotz verheerender Überschwemmungen und vernichtenden Hurrikanen wie "Katrina" 2005, der New Orleans zerstörte: Die Zahl der Opfer durch Stürme und Fluten ging im Vergleich zum vorigen Jahrzehnt markant um 43 Prozent zurück.

Der Grund für die Häufung von Wetterextremen ist unklar. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit der zugenommenen Anzahl der Hochdrucklagen. Kräftige, dominante Hochdruckgebiete wirken oft wie große Felsbrocken in einem Fluss, sie zwingen die Tiefdruckgebiete zum ausweichen oder blockieren sie manchmal ganz. Dadurch herrscht im Bereich des Hochs manchmal wochenlang dasselbe Wetter, im Sommer kommt es öfter zu Dürren und Hitzewellen. Im Bereich der (blockierten) Tiefs kann es dagegen tagelang heftig regnen und es kommt zu Überflutungen.

Ein möglicher Zusammenhang zwischen den Wetterextremen und der Klimaerwärmung ist umstritten. Die Autoren der Studie betonen, dass es keine hinreichenden Belege für einen solchen Zusammenhang gibt und auch eine natürliche Variation des Klimas für das Phänomen verantwortlich sein könnte. Dennoch ist es plausibel, dass die globale Erwärmung zumindest teilweise zur Häufung von Extremereignissen beigetragen hat. Viele Klimaforscher erwarten in den kommenden Jahrzehnten eine weitere weltweite Zunahme von Wetterextremen.

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