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Unwetter im Rückblick

Mittwoch, 12.06.2013

Neues Jahrhunderthochwasser

Rekordfluten an Donau und Elbe

An Donau und Elbe sowie an deren Nebenflüssen hat es Anfang Juni ein Rekordhochwasser gegeben. Zunächst traf es die kleineren Flüsse und die Donau, die nach tagelangen Starkregenfällen teilweise neue Rekordhöhen erreichten. In Passau (12,89 Meter) und Regensburg (6,80 Meter) wurden noch nie gemessene Pegelstände registriert. Bei Deggendorf (Bayern) brachen am 4. Juni zwei Deiche, woraufhin mehrere Orte meterhoch überflutet wurden. Auch die A3 stand zeitweise unter Wasser. Überall entlang der Donau wurden Felder, Straßen und Orte überschwemmt.

Flutkatastrophe in Deggendorf

Nach sintflutartigen Regenfällen hat es an Donau und Elbe ein Rekordhochwasser mit noch nie beobachteten Höchstständen gegeben. An mehreren Stellen gab es Deichbrüche, die, wie hier bei Deggendorf, zu verheerenden Überflutungen führten. Bildquelle: dpa

In den Folgetagen stiegen auch die Pegel an der Elbe dramatisch an. Dabei gab es unter anderem in Magdeburg, Wittenberge und Hitzacker neue Allzeitrekorde. In Dresden blieb der Pegel dagegen knapp unter der bisherigen Rekordmarke von 2002. Am 9. Juni brach ein Deich im Mündungsgebiet von Saale und Elbe, einen Tag später ein weiterer bei Fischbeck im Landkreis Stendal. Verheerende Überflutungen waren jeweils die Folge. Die Deichbrüche führten jedoch flussabwärts zu einem leichten Sinken der Pegelstände, Rekordwerte wurden nicht mehr erreicht.

Die Folgen der Rekordflut waren vor allem an Donau und Elbe schlimmer als beim "Jahrhunderthochwasser" von 2002. Überall entlang der Flüsse wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Technisches Hilfswerk und Feuerwehren aus ganz Deutschland, aber auch unzählige Freiwillige schippten Sandsäcke, bauten Schutzdämme und verstärkten die Deiche. Auch die Bundeswehr war mit tausenden Soldaten, Lasthubschraubern und schwerem Gerät im Einsatz. Aus den überfluteten Regionen mussten dennoch zehntausende Menschen evakuiert und in Notunterkünfte gebracht werden.

Elbedeich bricht in Fischbeck (Sachsen-Anhalt)

Nach einem Deichbruch bei Fischbeck im Landkreis Standal strömen am 10. Juni enorme Wassermassen ins Hinterland und überfluten mehrere Ortschaften. Bildquelle: dpa

Hauptursche für das Jahrhunderthochwasser war eine sogenannte Fünf-b-Wetterlage mit extremen Regensummen, die Ende Mai und Anfang Juni im Südosten Deutschlands herunterprasselten. Verbreitet gab es mehr als 100 Liter Regen innerhalb von wenigen Tagen, in den Mittelgebirgen und am Alpenrand 150 bis 200 Liter. In einigen Staulagen kamen sogar bis zu 400 Liter Regen zusammen. Nach einem sehr nassen Mai trafen diese Regenmengen auf oft bereits gesättigte Böden: Das meiste gelangte daher direkt in die Flüsse.

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