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Unwetter im Rückblick

Dienstag, 12.06.2012

Sehr kühler Junibeginn

Bodenfrost und Berglandschnee

Die ersten zehn Tage im Juni 2012 sind sehr kühl und wechselhaft ausgefallen. Vor allem im Norden gab es in den Nächten wiederholt Bodenfrost. Im Westen und in der Mitte wurden am 3. Juni bei Dauerregen zudem sehr niedrige Höchstwerte unter 10 Grad gemessen, örtlich wurden sogar neue Temperaturrekorde aufgestellt. Im Norden war es bei windigem Schauerwetter kaum wärmer. Der Juni begann auch in Nordeuropa unterkühlt: Im schwedischen Stockholm wurde mit nur 6 Grad das kälteste erste Juniwochenende seit 1928 registriert.

Unsommerlicher Junibeginn

Der Juni begann unterkühlt und nass, in den Nächten gab es sogar wiederholt Bodenfrost, örtlich sogar leichten Luftfrost. Die Schafskälte machte ihrem Namen also alle Ehre. Bildquelle: WetterOnline

Am 5. und 6. Juni erreichte die Junikälte ihren Höhepunkt. Am Morgen des 5. Juni schneite es im Schwarzwald, im Bayerischen Wald, im Fichtelgebirge und in den Alpen bis unter 1000 Meter herab, in den Hochlagen fiel über Nacht bis zu 30 Zentimeter Neuschnee. In der darauffolgenden Nacht klarte es verbreitet auf und es kam fast landesweit zu Bodenfrost, örtlich sogar zu leichtem Luftfrost. Am 9. Juni zog zudem ein Sturmtief von England bis zur Nordsee und sorgte für einen Sommersturm mit orkanartigen Böen an der Küste.

Sommerschnee in den Bergen

Am 5. Juni erlebten die Hochlagen der süddeutschen Mittelgebirge und die Alpen nochmals eine weiße Überraschung. Mitten im Juni fielen bis zu 30 Zentimeter Neuschnee. Bildquelle: WetterOnline

Der Grund für den unterkühlten Juni-Auftakt war eine im Sommerhalbjahr nur selten vorkommende Anomalie des Jetstreams, ein Starkwindband in höheren Luftschichten. Dieses war während der ersten Junidekade ungewöhnlich weit nach Süden verschoben und verlief in einem Bogen von Nordspanien und Italien bis nach Osteuropa. Das Starkwindband trennte sehr warme Luft im Mittelmeerraum von deutlich kühlerer Polarluft, die wiederholt Skandinavien, West- und Mitteleuropa fluten konnte.

Jetstream hielt die Sommerwärme fern

Der Jetstream war in den ersten Junitagen ungewöhnlich weit nach Süden verschoben und hielt so die Warmluft fern. Stattdessen konnte wiederholt sehr kühle Polarluft nach West- und Mitteleuropa vordringen. Bildquelle: WetterOnline

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