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Unwetter im Rückblick

Freitag, 16.12.2011

Sturmtief "Joachim" tobte

Tiefster Luftdruck seit Jahren

Sturmtief "Joachim" hat in weiten Teilen West- und Mitteleuropas seine Spuren hinterlassen: Zuerst peitschten schon am Donnerstagabend Orkanböen über die französische Atlantikküste hinweg und setzten einen mit Öl beladenen Frachter auf Grund. Dann entwurzelten im Westen und Nordwesten Frankreichs orkanartige Böen zahlreiche Bäume, rissen Stromleitungen ab und brachten teils sogar den Bahnverkehr zum Erliegen. Schließlich fegte "Joachims" Sturmfeld am Freitag auch über den Süden Deutschlands hinweg, wo er teils schwere Schäden hinterließ.

Spitzenböen in km/h am Freitag, 16. Dezember 2011

Im Bergland tobte der Orkan mit Windböen bis zu 184 Stundenkilometer. Aber auch in tieferen Lagen wurden stellenweise Orkanböen um 120 Stundenkilometer registriert. Bildquelle: WetterOnline Mitgliedschaft

Mit nur 964 Hektopascal wurde im Kern des Tiefs im nördlichen Deutschland vielerorts der niedrigste Luftdruck seit seit Jahrzehnten registriert. An "Joachims" Südseite erreichte der Sturm in den Kammlagen der süddeutschen Mittelgebirge und in den Alpen volle Orkanstärke. Spitzenreiter war die Zugspitze mit Böen bis 184 Stundenkilometer. Verbreitet schwere Sturmböen und einzelne Orkanböen gab es aber auch in tieferen Lagen. So wurde in München eine orkanartige Böe von 104 und am Chiemsee sogar eine Orkanböe von 119 Stundenkilometer gemessen.

Sturm weht Lastwagen von der Fahrbahn

Bei Tuttlingen in Baden-Württemberg wurde dieser Lkw Opfer des schweren Sturms. Im Bahnverkehr kam es dort ebenfalls zu Behinderungen, als eine Regionalbahn gegen einen umgestürzten Baum prallte. Auch in der Südwestpfalz blockierten umgerissene Bäume über Stunden hinweg mehrere Bahnstrecken. Bildquelle: Kamera24.tv

Abgerissene Äste, Verkehrsschilder und umgeknickte Bäume blockierten Straßen im Süden des Landes. So wurden Bauzäune umgeworfen, aber auch Strom- und Telefonmasten hielten dem Sturm nicht überall stand. Mancherorts blieben Weihnachts- und Wochenmärkte sicherheitshalber geschlossen und an einigen Schulen fiel der Unterricht aus. Betroffen waren zunächst vor allem die Gebiete vom Saarland und Hunsrück bis zum Schwarzwald und Odenwald, später verlagerte sich der Sturm-Schwerpunkt dann nach Bayern. Feuerwehren und Polizei waren im Dauereinsatz.

Starker Schneefall im Mittelgebirgsraum

Wie hier im Harz, kam zum starken Wind vor allem in den Mittelgebirgen noch kräftiger Schneefall hinzu. Die Räumdienste vor Ort waren im Dauereinsatz. Bildquelle: Torsten Brehme

Begleitet wurde das Sturmtief von ergiebigen Niederschlägen. Im Südwesten standen einige Straßen unter Wasser. In Teilen Nordrhein-Westfalens und Hessens setzte abends bis in tiefere Lagen starker Schneefall ein. Besonders heftig schneite es im Bergland. Im Westerwald, Sauer- und Siegerland gab es Behinderungen im Berufsverkehr. Später ereigneten sich auch in den östlichen Mittelgebirgen auf schneeglatten Straßen zahlreiche Unfälle. Lastwagen stellten sich an Steigungen quer, Räumdienste waren aufgrund von Schneeverwehungen im Dauereinsatz.

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