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Unwetter im Rückblick

Donnerstag, 02.12.2010

Rekordkältewelle im Osten

Minus 19 Grad Anfang Dezember

Mit Tiefsttemperaturen bis minus 19 Grad ist es in der Nacht zum 2. Dezember 2010 vor allem in Thüringen und Sachsen extrem kalt gewesen. Mancherorts wurden die niedrigsten Temperaturen des ersten Dezemberdrittels seit Aufzeichnungsbeginn registriert. So fiel das Quecksilber in Gera bis minus 16, in Chemnitz und Neuhaus bis minus 17 und in Zinnwald sogar bis knapp minus 18 Grad. Noch kälter war es nur auf dem 1215 Meter hohen Fichtelberg mit minus 19 Grad. Direkt über dem frisch gefallenen Schnee wurden in Gera sogar minus 23 Grad gemessen.

Die Tiefsttemperaturen am Morgen des 2. Dezember

Die roséfarbenen Temperaturwerte geben die Spanne von minus 10 bis minus 14 Grad wieder. Ab minus 15 Grad erscheinen die Werte in kräftigerem Violett. Bildquelle: WetterOnline Mitgliedschaft

Aber auch tagsüber blieb es in den östlichen Landesteilen grimmig kalt. Verbreitet lagen die Höchstwerte nur wenig über minus 10 Grad, in Teilen Sachsens kam das Quecksilber sogar nicht über minus 11 Grad hinaus. Maxima im zweistelligen Minusbereich wurden sonst nur in den Hochlagen der Mittelgebirge und der Alpen gemessen. Auch in Teilen Brandenburgs wurden damit bisherige Rekordmarken unterschritten. So war es beispielsweise in Berlin mit einem Höchstwert von nur minus 8 Grad seit Aufzeichnungsbeginn Anfang Dezember noch nie so eisig.

Die Höchsttemperaturen am 2. Dezember

Vor allem in Thüringen und Sachsen blieben auch die Höchstwerte zum Teil unter minus 10 Grad. Damit wurden vielerorts neue Kälterekorde für das erste Dezemberdrittel aufgestellt. Bildquelle: WetterOnline Mitgliedschaft.

In Polen forderte die Kälte mindestens 52 Menschenleben. Dort sank das Thermometer in den östlichen Teilen auf bis zu minus 25 Grad. Noch kälter war es zuvor in Skandinavien. In Helsinki wurde bereits am 29. November mit minus 18,6 Grad ein neuer Monatsrekord aufgestellt. Im schwedischen Kvikkjokk wurden gar rekordkalte minus 34,4 Grad registriert. In Westeuropa war weniger die Kälte als vielmehr der Schnee das Problem. In England fielen bis zu 28 Zentimeter Schnee. Der Londoner Flughafen Gatwick war zwei Tage lang komplett gesperrt.

Möglich waren die extrem niedrigen Temperaturen durch das Zusammenspiel eines mächtigen Hochs über Nordeuropa und tiefem Luftdruck über dem Mittelmeer: Zwischen beiden Wettergebilden konnte mit einem starken Nordostwind arktische Frostluft von Sibirien über Nordrussland und Polen auf direktem Wege nach Mitteleuropa wehen. Solch eine kalte Luftmasse ist selbst für den mitteleuropäischen Hochwinter nicht üblich, der normalerweise von Mitte Januar bis Anfang Februar, aber nicht Anfang Dezember auftritt.

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