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Unwetter im Rückblick

Sonntag, 08.08.2010

Hochwasserfluten in Sachsen

Katastrophenalarm ausgelöst

Sehr heftige und lang anhaltende Regenfälle haben in Sachsen zu Überschwemmungen geführt und zahlreiche Flüsse über die Ufer treten lassen. Die Autobahn 72 bei Chemnitz wurde wegen Hochwasser für einige Stunden voll gesperrt. In der Stadt selbst fielen fast 85 Liter Regenwasser innerhalb von 48 Stunden. In Neukirchen bei Chemnitz ertranken drei ältere Menschen in ihrem überfluteten Keller. Sie hatten versucht, ihre Habseligkeiten in Sicherheit zu bringen und wurden vom plötzlich eindringenden Wasser überrascht.

Überschwemmungen in Sachsen

Bildquelle: Jürgen Schulz - Bei Oybin strömen gewaltige Wassermassen ins Tal.

Über den Landkreis Görlitz wurde ab Samstagnachmittag Katastrophenalarm verhängt. Besonders im Erzgebirge waren einige Orte von der Außenwelt abgeschnitten. Teile der Stadt Zittau standen unter Wasser und mussten evakuiert werden. Die Wasserstände der Neiße und der Mandau sind zwischenzeitlich stark angestiegen. Nach dem Bruch einer Staumauer am Witka-See im polnischen Grenzgebiet erreichte die Neiße in Görlitz binnen weniger Stunden einen bisher noch nie gemessenen Höchststand von sieben Metern.

In der Region liefen hunderte Keller voll, im Erzgebirge wurden örtlich über 100 Liter Regenwasser registriert. Der Zugverkehr zwischen Deutschland und Tschechien wurde unterbrochen. In Görlitz und Umgebung wurden rund 1500 Menschen von Feuerwehr, Polizei und Technischem Hilfswerk mit Booten und Bussen vor den Fluten in Sicherheit gebracht. Die Bundespolizei war auch am Sonntag mit fünf Hubschraubern im Einsatz, um durch das Neiße-Hochwasser eingeschlossene Menschen auszufliegen.

Regenmassen im Umfeld des Erzgebirges

Bildquelle: WetterOnline-Mitgliedschaft - Gemessene Niederschlagsmengen: Im Erzgebirge fielen örtlich mehr als 100 Liter Regenwasser in weniger als 48 Stunden.

Auch in Polen und Tschechien richtete das Hochwasser teilweise schwere Verwüstungen an. In kürzester Zeit zu reißenden Strömen ansteigende Flüsse und Bäche rissen mit ihren Wassermassen in einigen Orten ganze Wohnhäuser mit sich. Hunderte Menschen verloren innerhalb Minuten ihr Hab und Gut. Im deutsch-polnisch-tschechischen Dreiländereck kamen bisher mindestens zehn Menschen durch die Fluten ums Leben.

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